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Wenn der Gipsverband nicht reicht


Gebrochene Knochen können nur dann wieder gerade zusammenwachsen, wenn die Bruchenden richtig zusammengeführt, in dieser Lage fixiert und über Wochen stabil gehalten werden.


Schienenverbände, wie z. B. Gipsverbände, können diese Stabilität nur bei unkomplizierten Brüchen (Frakturen) unterhalb des Ellbogens oder des Knies gewährleisten. Ein weiterer Nachteil von Schienenverbänden ist, dass das Tier sein gebrochenes Bein über Wochen und Monate nicht benutzt. Das mangelnde Training kann zu einem massiven Muskelschwund, einer Gelenkversteifung und sogar zu einer Osteoporose, einem Knochenschwund, führen.


Daher operiert man heutzutage die meisten Frakturen. Man unterscheidet die interne Fixation vom Fixateur externe. Hier soll es um die interne Fixation gehen:


Vor der Operation fertigt der Tierarzt mehrere Röntgenaufnahmen vom Operationsgebiet an. Er verschafft sich damit einen Überblick über den Schaden, sieht ob z. B. Teile des Knochens abgesplittert sind oder der gebrochene Knochen verdreht ist - kein Knochenbruch gleicht dem anderen. Der Tierarzt muss jeden Fall individuell beurteilen und sich für die jeweils richtige Operationsmethode entscheiden.


Sobald das Tier operationsfähig ist, d.h. eine längere Narkose gut überstehen kann, wird der Tierarzt die Bruchenden mit speziellen Platten, Schrauben, Nägeln, Draht usw. aneinander heften und fixieren. Bei ausgewachsenen Tieren mittleren Alters können die Platten übrigens ein Leben lang an Ort und Stelle bleiben, nur in Ausnahmefällen müssen sie nach der Knochenheilung wieder entfernt werden.


Am besten ist es, wenn der Tierarzt in den ersten sechs Stunden nach dem Unfall die Knochen operieren kann. Ist eine Operation in den ersten Stunden nach dem Unfall nicht möglich, weil zuerst der Kreislauf des Tieres stabilisiert werden muss, sollte sie einige Tage verschoben werden. Das hat folgenden Grund: Ein Knochenbruch ist immer auch mit Muskelquetschungen und Blutungen verbunden. Wenn diese Verletzungen nicht sofort versorgt werden, stören sie die Durchblutung. Das Gewebe wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und mit der Zeit sammeln sich im Operationsgebiet „Stoffwechselschlacken“ an, die die Heilung beeinträchtigen. Diese Stoffe werden zwar wieder abgebaut, doch hierfür braucht der Körper Zeit. Bis das Tier operationsfähig ist, wird der Bruch mit Schienen stabilisiert.


Nach der Operation schützt ein Verband die Wunde für einige Tage. Die tägliche Verbandskontrolle ist außerordentlich wichtig, damit Entzündungen rechtzeitig behandelt werden können. Alarmzeichen für eine Entzündung sind: Übermäßige Wärme des Verbandes, Schwellungen, Fieber, Juckreiz oder Schmerzen. Bei diesen Symptomen muss das Tier sofort in tierärztliche Behandlung.


Nach etwa 10 Tagen können in der Regel die Fäden gezogen werden. Wie viel Zeit bis zur endgültigen Heilung verstreicht, hängt davon ab, wie alt das Tier ist (junge Knochen heilen schneller), welcher Knochen gebrochen ist und um welche Frakturart es sich handelt. Wir beraten Sie gerne, wie Sie mit der richtigen Ernährung und einem ausgewogenen Training den Heilungsprozess beschleunigen können.

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