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Hungern vor dem vollen Napf - Die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)


Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) erfüllt zwei Hauptfunktionen: Zum einen produziert sie Hormone und zum anderen Verdauungsenzyme. Verdauungsenzyme sind Stoffe, die im Darm die Nährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette) aus dem Nahrungsbrei herauslösen und so zerkleinern, dass sie die winzigen Pforten der Darmwand passieren können.


Diese Verdauungsenzyme stellt eine gesunde Bauchspeicheldrüse im Überfluss her, so dass sich erst bei einem Ausfall von ca. 90% der Produktion Symptome zeigen. Man spricht dann von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI), einer Funktionsuntüchtigkeit der Bauchspeicheldrüse. Ein Hund mit einer EPI kann sein Futter nicht richtig verdauen. Er hungert, obwohl er viel frisst.


Abmagerung trotz Heißhungers und chronischer Durchfall sind die Hauptsymptome einer EPI. Auffällig ist die Beschaffenheit des Kotes bei einer EPI: Er ist voluminös, glänzt fettig, ist eher grau als braun und riecht säuerlich. Manchmal wirkt er schaumig. Er kann unverdaute Futterbestandteile enthalten.


Durch die Mangelernährung verliert der Hund außerdem an Kondition, sein Fell wird struppig und das Tier haart stärker. Viele Hunde mit einer EPI fallen über alles her, was ihnen fressbar erscheint - auch der Kot anderer Tiere.


In den meisten Fällen verursacht eine Autoimmunerkrankung, die ab einem Alter von 18 - 24 Monten ausbricht, die EPI. Dabei zerstören körpereigene Abwehrzellen das Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Die Ursachen für diese Autoimmunreaktion sind noch nicht völlig aufgeklärt. Bei Deutschen Schäferhunden und rauhaarigen Collies wird die Anlage zu dieser Krankheit vererbt. Seltener lösen chronische Entzündungen oder Tumore die EPI aus.


Um die EPI zu diagnostizieren, müssen Blut, Stuhl und Harn des Hundes untersucht werden. Biopsien oder diagnostische Operationen sind eventuell nötig um Sicherheit zu erlangen.


Die EPI ist nicht heilbar. Doch mit der richtigen Fütterung können viele EPI-kranke Hunde ein gutes Leben führen. Hunde mit einer EPI sollten etwa 20% bis 100 % mehr Futter erhalten als gesunde. Statt einer großen Mahlzeit sollten sie über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen fressen. Das Futter selbst sollte leichtverdaulich und reich an hochwertigem Eiweiß, z. B. aus magerem Muskelfleisch, Magerquark oder Eigelb, sein.


Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren und den fettlöslichen Vitaminen A, D, E, K, da bei einer EPI vor allem die Fettverdauung gestört ist. Das ist aber auch der Grund, warum der Fettanteil im Futter insgesamt sehr niedrig sein muss. Ihr Tierarzt stellt Ihnen gerne Rezepte für eine geeignete Kost zur Verfügung. Sie können aber auch Spezialfutter kaufen.


Vor jeder Mahlzeit muss dem Futter ein Pulver oder Granulat zugemischt werden, das „Ersatz-Verdauungsenzyme“ enthält. Statt des Pulvers kann man dem Futter auch frische oder aufgetaute Rinderbauchspeicheldrüse beimengen. Einige Wissenschaftler plädieren dafür die Mischung aus Futter und den „Ersatz-Verdauungsenzymen“ vor der Fütterung einige Stunden bei Zimmertemperatur stehen zu lassen. Die „Ersatz-Verdauungsenzyme“ sollen das Futter in dieser Zeit „vorverdauen“. Andere Wissenschaftler finden diese „Vorverdauung“ unnötig. Probieren Sie einfach aus, welche Vorgehensweise Ihrem Hund am besten bekommt.


Verlieren Sie vor allem nicht die Geduld und lassen Sie sich von anfänglichen Misserfolgen nicht unterkriegen: Bis Sie das richtige Futter und die beste Art der Fütterung herausgefunden haben, kann schon eine kleine Weile vergehen.


Wir stehen Ihnen jederzeit mit unserem Rat zur Verfügung.


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