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Ein Rüdenproblem: Krankheiten der Prostata


Die Prostata, die Vorsteherdrüse, liegt im Becken des Rüden. Sie umschließt dort die Harnröhre, in die sie auch den Teil der Samenflüssigkeit abgibt, den sie produziert. Im Zusammenhang mit Veränderungen des Hormonhaushaltes im Leben eines unkastrierten Rüden ändert sich ihre Struktur und Größe.


Eine Vergrößerung der Prostata mit zunehmendem Alter des Rüden ist normal. Nur in seltenen Fällen wird die Prostata so groß, dass sie den Kot- und Harnabsatz behindert. Symptome einer solchen gutartigen Prostatavergrößerung sind: Beschwerden beim Kot absetzen, bandförmiger, plattgedrückter Stuhl und das unregelmäßige Erscheinen blutiger oder gelber Tröpfchen auf der Penisspitze. Abgesehen von diesen Symptomen geht es dem Rüden gut. Mit Hormonen kann die Prostata zu einer vorübergehenden Schrumpfung gebracht werden. Besser ist die Kastration des Rüden. Sie bewirkt die Verkleinerung der Prostata innerhalb weniger Wochen und damit das Verschwinden der Beschwerden.


Die Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung unterscheiden sich allerdings nicht von den Anfangssymptomen anderer schwerwiegender Krankheiten der Vorsteherdrüse, so dass manchmal umfangreiche Untersuchungen durchgeführt werden müssen, um die tatsächliche Erkrankung sicher zu diagnostizieren.


So kann es im Rahmen bakterieller Infektionen der Harnorgane zu Entzündungen der Vorsteherdrüse kommen. Bei schweren akuten Entzündungen hat der Hund gleichzeitig Fieber, ist schwach und teilnahmslos, verweigert das Futter, setzt unter Schwierigkeiten blutigen Harn ab, hat Schmerzen und bewegt sich häufig steif.


Chronische Entzündungen laufen dagegen meist unauffällig ab. Gelegentlich ist der Harn eines Rüden mit chronischer Prostatitis blutig. Meist wird solch eine chronische Entzündung erst im Rahmen einer Harnuntersuchung entdeckt. Beide Entzündungen müssen mit Antibiotika über einen langen Zeitraum (vier bis sechs Wochen oder länger) behandelt werden. Wird die Entzündung nicht konsequent und lange genug durchgeführt, können sich Abszesse bilden, die dann chirurgisch entfernt werden müssen.


Das Prostatagewebe neigt außerdem zur Zystenbildung. Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Blasen. Kleine im Prostatagewebe liegende Zysten fügen dem Hund in der Regel keinen Schaden zu. Große außerhalb der Prostata liegende Zysten können hingegen andere Organe bei ihrer Arbeit behindern und müssen in einer Operation entfernt werden.


Bei bösartigen Veränderungen der Prostata gibt es leider meist keine Hilfe mehr. Die Leiden des Rüden können höchstens gemildert werden. Wichtig ist daher die genaue Diagnose, denn die meisten Prostataprobleme sind behandelbar. Wir beraten Sie gerne.

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